Glasperlen (24.04.2009)

Kerstin Markus-Wolf zeigt Ihnen, wie handgearbeitete Glasperlen entstehen
Shopping Lounge am 24.04.2009 bis 24 Uhr in der SchmuckGalerie KARAT

 

Die folgenden Information sind dem Informationsflyer GlasperlenSpektrum e.V. entnommen.

 

Zur Herstellung von Glasperlen werden Farbglasstäbe in transparenten und opaken Farben verwendet, die überwiegend aus Farbglashütten in Italien und Thüringen stammen. Die Stäbe sind in der Regel handgezogen, 1 m lang und haben einen Durchmesser von ca. 4 bis 10 mm. Zur Verarbeitung werden sie in Stücke von ca. 30 cm geteilt.

Hauptrohstoff des Glases ist Quarz, bzw. quarzhaltiger Sand. In den Glashütten wird für die Schmelze daneben Feldspat, Soda oder Pottasche als Flussmittel und, je nach späteren Verwendungszwecken, eine Vielzahl von weiteren Zusätzen benötigt, z.B. Metallverbindungen für farbiges Glas.

Mit einem Brenner erhitzt man bei einer Temperatur von ca. 1800 Grad C einen Farbglasstab bis er an der Spitze rot glühend und zähflüssig ist. Es gibt Brenner, die mit Gas- und Sauerstoffbetrieben werden. Aber auch mit Eingasbrennern (nur Propan) ist die Herstellung von Glasperlen möglich, man benötigt jedoch mehr Zeit und es können nicht alle Farben verarbeitet werden. [...]

Der mit Trennmittel versehene Dorn wird kurz erhitzt. Sobald das zähflüssige Glas den heißen Dorn berührt, wird dieser von Hand gedreht. Durch die Drehbewegung wird soviel Glas um diesen Dorn herum gewickelt bis die gewünschte Größe der Grundperle erreicht ist. Jetzt wird der Glasstab aus der Flamme gezogen und abgeschmolzen.

Die Perle verhält sich wie Honig und glüht, nur Rottöne sind erkennbar. Der Dorn muss gedreht werden, damit das flüssige Glas nicht einfach der Schwerkraft folgt und nach unten tropft.

Die Grundperle entsteht. Dabei kontrolliert man immer wieder die Form. Durch gleichmäße Drehbewegungen oder auch kurzes Aussetzen des Drehens entsteht die runde Form. Evtl. muss nochmals Glas aufgetragen werden, um eine gleichmäße Perle herzustellen. [...] Ein Grundmuster kann z.B. aus Punkten bestehen.

Durch kurzes Aufsetzen des heißen Stabes und sofortiges Zurückziehen entstehen erhabene Glasnasen (Dots) auf der Perle. Die Perle wird wieder in die Flamme gehalten und gedreht, bis sie eingeschmolzen sind und Punkte entstehen. Gleichmäße Punkte entstehen, wenn für jeden Punkt Glas in gleicher Menge aufgebracht und die Position genau abgestimmt wird.

Dies erfordert eine sehr ruhige Hand, viel Erfahrung und ein gutes Augenmaß. Mehrere verschiedene Farbpunkte können so übereinander, nebeneinander oder überlappend aufgebracht werden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, die Muster können immer weiter verfeinert werden, z.B. durch Luftblasen. [...]

Für Blumen, filigrane Linien und kleine Punkte werden ganz feine Stäbe, so genannte Stringer gezogen. Nur ganz am Rand der Flamme oder bei ganz kleiner Flamme lassen sich die Stringer gut verarbeiten. Mit hoher Konzentration und viel Übung werden jetzt Linien und Punkte auf die Perle gebracht.

Vergrößerungs- oder Tiefeneffekte können mit einem Klarglasüberzug erzeugt werden. Diese Technik ist aufwendiger. Eine große Menge Klarglas muss erhitzt werden und gleichmäßig über die verzierte Grundperle aufgetragen werden, die dabei nicht zu heiß werden darf, da die Muster sich sonst verziehen würden.

Hat man das Klarglas aufgetragen, muss die Perle durch Drehbewegungen wieder rund geschmolzen werden. Je nach Größe der Perle kann dies ein zeitaufwendiger Vorgang sein. Am Ende wird die Perle im hinteren Flammenbereich so lange gewärmt und gedreht, bis erste Farben erkennbar werden.

Die Oberfläche der Perle kühlt schneller ab als ihr Kern, deshalb muss sie bis zum endgültigen Abkühlen jetzt in Kühlgranulat oder in einem Termperofen abgelegt werden, um alle Spannungen abzubauen. An der Luft würde die Glasperle ab einer bestimmten Größe zerspringen.

Nach dem Abkühlen wird die Perle im Wasserbad vom Dorn gelöst und der Perlenkanal mit Hilfe einer Diamantfeile, eines Diamantbohrers oder Ultraschallgerät gereinigt.

 

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite von Glasperlen Spektrum